Verstärkte Integration des Stadtgrüns in die Bauleitplanung

Grün in der Stadt kann durch die Stadtplanung maßgeblich befördert werden. Die Bauleitplanung mit ihren Planstufen der vorbereitenden (Flächennutzungsplan, kurz FNP) und verbindlichen (Bebauungsplan, kurz B-Plan) Bauleitplanung verfügt über zahlreiche Möglichkeiten, kommunalem Grün im Abwägeprozess zur Planaufstellung Gewicht zu verleihen (z. B. § 1 Abs. 5 Satz 2 BauGB, § 1 Abs. 6 Satz 1, 4, 5, 6, 7 a, c, und g, 8 b BauGB, § 1a Abs. 2 und 5 BauGB).

Eichhörnchen an Baumstamm

Abb. 1: Bäume haben viele unverzichtbare Funktionen, z. B. sind sie überlebenswichtige Trittsteinbiotope für Fauna und Flora im urbanen Raum

(Bildquelle: Depositphotos.com)
gelb blühende Hecke im Stadtbild

Abb. 2: Hecken beleben das Stadtbild und sind Lebensräume für Tiere, Vögel und Insekten

(Bildquelle: Gabriele Jahn/ThINK)

Die nebenstehende Tabelle gibt einen Überblick über die Möglichkeiten der Bauleitplanung, grüne Strukturen und Elemente bereits im FNP zu etablieren, um daraus die generell rechtsverbindlichen B-Pläne mit konkreten Maßnahmen zu entwickeln.

Stadtgrünmaßnahmen werden erst mit der Festsetzung im B-Plan rechtlich verbindlich. Umso wichtiger ist es, neben dem Erhalt und der Schaffung von Freiflächen, Kompromisse zu finden, die den multiplen Nutzungsanforderungen im urbanen Plangebiet gerecht werden. Hierzu gehört grundlegend die Beschränkung der baulich genutzten Grundstücksfläche. Weiter sind Bauwerksbegrünung  sowie Vorgaben zur Pflanzverpflichtung und deren Ausführung (z. B. Größe der Baumscheibe bzw. Pflanzgrube, Bewässerungssysteme) geeignet, um den Flächenverbrauch direkt vor Ort teilweise wieder auszugleichen. Multifunktional genutzte Flächen (z. B. als Retentionsraum vorgesehene Pocket-Parks,  teilversiegelte, baumbeschattete Parkplätze) fördern Synergien zu anderen Handlungsfeldern. 

Einen Überblick über die Festsetzungsoptionen fürs Stadtgrün im B-Plan gibt die nebenstehende Tabelle.

zweifarbiger Schottergarten mit kleiner Kiefer und einer Amphore im Hintergrund

Abb. 3: Schottergärten haben wenig ökologischen oder hydrologischen Mehrwert

(Bildquelle: Gabriele Jahn/ThINK)

Neben den Optionen der Bauleitplanung kann eine Gemeinde ihr Gebiet grüner entwickeln, indem sie folgende Instrumente nutzt:

Die herausragend wichtige Funktion kommunalen Grüns bei der Klimawandelanpassung städtischer Räume wird seit 2020 auch in der Städtebauförderung von Bund und Ländern honoriert. Stadtgrün ist in allen derzeit aktiven Programmen förderfähig.

Bewertung der Maßnahme hinsichtlich wesentlicher Parameter
Spidergrafik zur Bewertung der Maßnahme mit den Parametern Wirkung, Wirtschaftlichkeit, Gestaltung, Akzeptanz, Biodiversität und Nachhaltigkeit

Erläuterung:

■  rot/orange: schlecht bzw. Verschlechterung, negativer Einfluss
■  gelb: neutral bzw. nicht relevant, kein/kaum Einfluss
■  hellgrün: gut bzw. geringfügiger positiver Einfluss
■  grün: sehr gut bzw. positiver Einfluss
■  dunkelgrün: ausgesprochen gut bzw. deutlicher positiver Einfluss

Parameter:

Wirkung: Effektivität der Maßnahme im Sinne der Klimaanpassung
Wirtschaftlichkeit: Kosten-Nutzen-Verhältnis (Initial- und Folgekosten)
Gestaltung: Raumwirkung, Beeinflussung des Lebensumfelds
Akzeptanz: Beeinflussung der Lebensqualität, mögliche Widerstände
Biodiversität: Beeinflussung der Artenvielfalt/Lebensräume
Nachhaltigkeit: Langlebigkeit/Beständigkeit, Ressourceneffizienz

Ansprechpartner

Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur GmbH (ThEGA)
(www.thega.de)

TMIL – Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft
(www.infrastruktur-landwirtschaft.thueringen.de)

Thüringer Landesverwaltungsamt
(https://landesverwaltungsamt.thueringen.de/)

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
(www.bmu.de)

Förderung

Thüringen

Thüringer Städtebauförderungsrichtlinien (ThSt-BauFR) (https://infrastruktur-landwirtschaft.thueringen.de/unsere-themen/bau/staedtebau/staedtebaufoerderung)

KlimaInvest – Kommunale Klimaschutz- und Klimafolgenanpassungsmaßnahmen (https://www.aufbaubank.de/Foerderprogramme/Klima-Invest

Kommunale Förderrichtlinien, -programme zur Begrünung und Entsiegelung im Bestand

Bund

Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH - Förderung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel
(https://www.z-u-g.org/aufgaben/foerderung-von-massnahmen-zur-anpassung-an-den-klimawandel/)

weiterführende Informationen

IMPAKT

Integriertes Maßnahmenprogramm zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels im Freistaat Thüringen - IMPAKT

 

KlimaInvest

Klima Invest - Kommunale Klimaschutz- und Klimafolgenanpassungsmaßnahmen

Thüringer Klimaagentur

Fachreferat des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz

ReKIS

ReKIS – regionales Klimainformationssysem Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

Zentrum KlimaAnpassung

Das Zentrum unterstützt bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels sowie bei der Wahl der passenden Förderung.