Informieren – Trockenstress für das Kommunalgrün

Straßenbäume, Parks und Grünflächen sind von großer Bedeutung für die Regulierung des Mikroklimas in den Thüringer Städten und Gemeinden. Zugleich sehen sich Grünräume durch den fortschreitenden Klimawandel einer zunehmenden (zusätzlichen) Stresssituation ausgesetzt, die sich in Abhängigkeit von der klimatischen Entwicklung und den jeweiligen Bedingungen vor Ort unterschiedlich stark ausprägt bzw. ausprägen wird.

Im Infokartenmodul können Sie sich über die Gefahrensituation in ihrer Gemeinde informieren und nachvollziehen, welche Bedingungen im Einzelnen an Ihrem Wohnort herrschen. Um das Kartenmodul zu starten, klicken Sie bitte auf die Karte.

Anpassen – Handlungsmöglichkeiten zur Minderung von Trockenstress

Es existieren zahlreiche Möglichkeiten, wie den sich häufenden und intensivierenden Trockenperioden planerisch und organisatorisch begegnet werden kann, um den Trockenstress und die damit verbundenen Beeinträchtigungen der Funktionalität des Stadtgrüns in unseren Städten und Gemeinden trotz Klimawandels möglichst gering zu halten bzw. zu minimieren. Die für Thüringer Kommunen besonders bedeutsamen Handlungsmöglichkeiten sowie wichtige Ansprechpartner und Fördermöglichkeiten sind in der nachfolgenden Übersicht zusammengetragen.

Stadtplanung

Nahaufnahme Baumrinde mit unscharfen Haus im Hintergrund

Erarbeitung, Erlass und ggf. Anpassung einer Baumschutzsatzung

Stadtbäume leisten unersetzbare Dienste für den Klimaschutz und die Klimaanpassung einer Kommune. Sie vollumfänglich zu schützen, vereint Vorteile fürs Stadtklima und den kommunalen Haushalt.

Baum mit Bewässerungssack am Fuße des Baumstammes

Bewässerungsmanagement des kommunalen Grüns optimieren

Besonders in den hitzegeprägten Sommermonaten müssen die Pflegemaßnahmen der kommunalen Grünämter und Betriebe an die gewachsenen stadtklimatischen Erfordernisse adaptiert werden. 

Arbeiter mit orangen Overall gebutachtet neu Baumpflanzung am Strassenrand

Stadtbaumkonzept und kommunale Anpassungsstrategien

Ein wichtiger Baustein innerhalb der Anpassungsstrategie ist das kommunale Grün. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Stadtbaumbestand, d. h. dem kommunalen Großgrün. Bäume sind herausragend wichtig, um die Lebensqualität in der Stadt zu steigern und auch künftig zu gewährleisten.

gelb blühende Hecke

Integration des Stadtgrüns in die Bauleitplanung

Die Bauleitplanung mit ihren Planstufen der vorbereitenden und verbindlichen Bauleitplanung verfügt über zahlreiche Möglichkeiten, kommunalem Grün im Abwägeprozess zur Planaufstellung Gewicht zu verleihen.

Baum mit Baumscheibe zur Wasserversorgung. Im Hintergrund sind Autos auf einem Parkplatz und ein flaches Gebäude zu sehen

Verbesserung der Standortbedingungen des Großgrüns

Siedlungsräume stellen für Bäume häufig einen Extremstandort dar. Ihre Lebens- und Wachstumsbedingungen sind hier gegenüber naturnahen Standorten durch eine Vielzahl negativer Einflüsse geprägt.

Objektplanung

Mann verteilt Winterstreugut auf verschneiter Straße

Baumfreundlicher Einsatz von Winterstreugut

Die Aufgabe der Autobahn- und Straßenmeistereien bzw. der Grundstückseigentümer ist es, für die Verkehrssicherheit von Straßen, Geh- und Radwegen zu sorgen – auch bei extremen Witterungen mit Eis und Schnee.
Japanischer Schnurbaum vor Parkplatz und altem Gebäude

Standort- und klimawandelgerechte Gehölzartenwahl

Die kommunalen Grünflächen- und Gartenämter sind angehalten, ihre Artenwahl dahingehend zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen.

dicke Wurzeln am Fusse eines alten Baumes

Schutz- und Pflegemaßnahmen von Altbäumen

Altbäume müssen besonders geschützt und gepflegt werden, denn der Altbaumbestand ist für die Stadt ein wichtiger Baustein zur Klimaanpassung und nachhaltigen Stadtentwicklung.

Management

Mann bereitet Baumsetzung vor

Einführung eines Stadtbaummonitorings

Die langfristige Sicherung, Instandhaltung und Optimierung des Stadtbaumbestandes bedarf der dauerhaften Begleitung durch ein Monitoring.

Nahaufnahme Hand mit Stift schreibt auf Klemmbrett; im Hintergrund wird etwas auf einer Schautafel erklärt

Umweltbildung für die Bevölkerung

Bildung und Wissen über den Klimawandel sind Grundlage, um fundierte, verantwortungsvolle und zielführende Entscheidungen zum Klimaschutz und zur Anpassung an die Klimawandelfolgen zu treffen.

Symbolbild: Scherenschnittmännlein umkreisen einen Papierbaum

Einrichtung eines Stadtbaummanagements sowie eines „Runden Tisches Stadtgrün“

Das Management von Stadtbäumen und Grünflächen ist eine stadtweite Querschnittsaufgabe und berührt unterschiedliche Interessen. 

Scherenschnittmännchen in Reihe

Einrichtung eines Klimamanagements in der Kommune

Klimaschutz steht in vielen kommunalen Verwaltungen bereits auf der Tagesordnung, sei es als Teilaufgabe innerhalb verschiedener Abteilungen oder als externes Aufgabenfeld, das von einem/r Klimaschutzmanager/in bearbeitet wird.

Hand hält eine blaue Gieskanne

Informationskampagnen und Öffentlichkeitsarbeit

Es gilt das gesellschaftliche Bewusstsein für die städtische Vegetation zu stärken. Vor allem Stadtbäume könnten stärker in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gebracht werden.

Nachmachen – Gute Beispiele zur Anpassung in Thüringen

Was passiert im Freistaat in puncto Klimawandelanpassung? Anhand ausgewählter Beispiele aus Thüringer und anderer Kommunen wird aufgezeigt, wie es gelingen kann, sich auf die veränderten Klimaverhältnisse vorzubereiten. Hintergründe, wichtige Fördermöglichkeiten und Ansprechpartner werden benannt.
  • städtischer Platz mit neu gepflanzten Bäumen

    Baumleitplanung der Stadt Weimar

  • Streusand vor einer verschneiten Parkbank

    Umweltfreundlicher Einsatz von Winterstreugut in der Stadt Gotha

  • Steinbalkon mit Balkonbepflanzung

    Gutes Beispiel: Förderrichtlinie „Grüne Oasen" in Jena

  • Baugrube entlang einer Straße mit Bewässerungszuläufen

    Regenwasserzisterne und automatische Bewässerung der Stadtbäume in Großenhain

  • städtischer Platz mit jungem Baum und Außengastronomie

    Baumleitplanung der Stadt Weimar

  • städtischer Platz mit neu gepflanzten Bäumen
  • Streusand vor einer verschneiten Parkbank
  • Steinbalkon mit Balkonbepflanzung
  • Baugrube entlang einer Straße mit Bewässerungszuläufen
  • städtischer Platz mit jungem Baum und Außengastronomie

Selbstverpflichtungserklärung zum Baumschutz in Erfurt

Beispiel für Handlungsempfehlung:
Verbesserung der Standortbedingungen des Großgrüns, Einrichtung eines Stadtbaummanagements sowie eines „Runden Tisches Stadtgrün“

Umweltfreundlicher Einsatz von Winterstreugut in der Stadt Gotha

Beispiel für Handlungsempfehlung:
Baumfreundlicher Einsatz von Winterstreugut

Baumleitplanung der Stadt Weimar

Beispiel für Handlungsempfehlung:

Standort- und klimawandelgerechte Gehölzartenwahl; Stadtbaumkonzept und kommunale Anpassungsstrategien

Klimaangepasste Ersatzpflanzungen für die Erfurter Oststadt

Beispiel für Handlungsempfehlung:

Erweiterung des Baumbestandes durch artenreiche Ersatz- und Neupflanzungen, Verbesserung der Baumstandorte

Regenwasserzisterne und automatische Bewässerung der Stadtbäume in Großenhain (SN)

Beispiel für Handlungsempfehlung:

Bewässerungsmanagement des kommunalen Grüns optimieren; Rückhalt, Versickerung und Verdunstung; Erstellung/Durchführung von Pilotprojekten

Förderrichtlinie „Grüne Oasen" in Jena

Beispiel für Handlungsempfehlung:

Fassadenbegrünung, Dachbegrünung, Entsiegelung, Begrünung

weiterführende Informationen

IMPAKT

Integriertes Maßnahmenprogramm zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels im Freistaat Thüringen - IMPAKT

 

KlimaInvest

Klima Invest - Kommunale Klimaschutz- und Klimafolgenanpassungsmaßnahmen

Thüringer Klimaagentur

Fachreferat des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz

ReKIS

ReKIS – regionales Klimainformationssysem Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

Zentrum KlimaAnpassung

Das Zentrum unterstützt bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels sowie bei der Wahl der passenden Förderung.