Informationskampagnen und Öffentlichkeitsarbeit

Die Bewohner urbaner Räume nutzen und genießen städtisches Grün häufig unbewusst, selbstverständlich und wie naturgegeben. Vielseitige Parkanlagen, schadstofffilternde Sträucher, schattenspendende Bäume, wasserspeichernde Gründächer oder lebensraumbietende Fassadenbewüchse werden selten mit all ihren Leistungen, aber auch Bedürfnissen wahrgenommen. Hier gilt es, das gesellschaftliche Bewusstsein für die städtische Vegetation zu stärken. Vor allem Stadtbäume könnten stärker in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gebracht werden.

Ziel kann es sein, Anwohner über die vielen positiven Leistungen und Wirkungen ihrer grünen Nachbarn zu informieren, um die Wertschätzung und den Respekt gegenüber dem kommunalen Grün und vor allem Stadtbäumen zu steigern. Gleichzeitig werden Stadtbewohner in die Lage versetzt, die Situation von Stadtbäumen besser einschätzen zu können, um das Großgrün in Not- bzw. Gefahrensituationen (z. B. Trockenstress durch Hitzeperioden, Bodenverdichtung durch zugeparkte Baumscheiben, Wurzelbeschädigung durch Streusalzeintrag) nach Möglichkeit unterstützen zu können.

öffentliches Blumenbeet am Wegesrand

Abb. 1: Farbenfrohe Blumenbeete machen gute Laune im Vorbeifahren und Vorübergehen

(Bildquelle: Gabriele Jahn/ThINK)
Regenwasser fließt in Gulli ab

Abb. 2: Stadtbäume brauchen in Trockenzeiten zusätzliches Wasser – jeder Liter zählt

(Bildquelle: Depositphotos.com)

Empfehlenswerte Formate der Öffentlichkeitsarbeit hierfür sind die bewährten Kanäle, wie eine ansprechende Internetpräsenz (Social Media, thematische Apps, z. B. Netzwerk „Gießaktion“, Baum-App), gut aufbereitete Broschüren, Flyer und andere Printmedien sowie prominent platzierte Informationstafeln und -videos (z. B. an exponierten Baumstandorten, Bau- und Gartenmarkt). Diese informierenden Beiträge können durch aktive Öffentlichkeitsarbeit ergänzt werden, wie Informationsveranstaltungen (z. B. Vorträge, mobile Stände), Bürgerbeteiligungsformate (z. B. Workshops), Thementage oder Stadtbaumspaziergänge. Bereits etablierte Organisationen, wie Bürgerinitiativen und Naturschutzorganisationen liefern aktiv wertvolle Impulse und Lösungsvorschläge. Sie können von der Kommune als Diskurspartner für eine zielführende Zusammenarbeit gewonnen werden.

Die Sensibilisierung der Bevölkerung kann optimalerweise genutzt werden, um Kräfte zum Schutz, zur Pflege und zur Erweiterung des Stadtbaumbestandes zu aktivieren. Deutschlandweit erfolgreich eingesetzte Formate sind u. a.:

  • Gießkampagnen, Gießnetzwerke
  • Baumpatenschaften (auch Baumbeet-, Baumscheibenpatenschaften)
  • Baumspenden
  • Baumpflanzaktionen (z. B. in KiTas, Schulen)

Andere Formen kommunalen Grüns können durch geeignete Wettbewerbe, z. B. für Dach-, Fassaden-, Hinterhofbegrünung sowie Vorgärten, Gärten und das trendig-sozialverbindende Format des ‚Urban Gardening‘ ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gebracht werden.

Kommunen profitieren von der aktiven Beteiligung der Öffentlichkeit für das städtische Grün. Daher empfiehlt es sich, dieses Potenzial zu nutzen, gezielt zu lenken, die gegenseitige Kooperation zu fördern und Anregungen für interne Prozesse und Planungen aufzunehmen. Das kommunale Grün erhält so die Beachtung und Pflege, die es zum guten (Über-)Leben braucht.

Fuss eines Baumes mit Schild des Baumpaten und eine kleine Beschreibung der Aktion

Abb. 3: Die Pflege einer Baumscheibe nützt Mensch und Baum

(Bildquelle: Gabriele Jahn/ThINK)
Bewertung der Maßnahme hinsichtlich wesentlicher Parameter
Spidergrafik zur Bewertung der Maßnahme mit den Parametern Wirkung, Wirtschaftlichkeit, Gestaltung, Akzeptanz, Biodiversität und Nachhaltigkeit

Erläuterung:

■  rot/orange: schlecht bzw. Verschlechterung, negativer Einfluss
■  gelb: neutral bzw. nicht relevant, kein/kaum Einfluss
■  hellgrün: gut bzw. geringfügiger positiver Einfluss
■  grün: sehr gut bzw. positiver Einfluss
■  dunkelgrün: ausgesprochen gut bzw. deutlicher positiver Einfluss

Parameter:

Wirkung: Effektivität der Maßnahme im Sinne der Klimaanpassung
Wirtschaftlichkeit: Kosten-Nutzen-Verhältnis (Initial- und Folgekosten)
Gestaltung: Raumwirkung, Beeinflussung des Lebensumfelds
Akzeptanz: Beeinflussung der Lebensqualität, mögliche Widerstände
Biodiversität: Beeinflussung der Artenvielfalt/Lebensräume
Nachhaltigkeit: Langlebigkeit/Beständigkeit, Ressourceneffizienz

Ansprechpartner

Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur GmbH (ThEGA)
(www.thega.de)

Thüringer Klimaagentur
(https://tlubn.thueringen.de/klima/klimaagentur)

Bürgerinitiative 'Stadtbäume statt Leerräume' Erfurt

Förderung

Thüringen

Thüringer Städtebauförderungsrichtlinien (ThSt-BauFR) (https://infrastruktur-landwirtschaft.thueringen.de/unsere-themen/bau/staedtebau/staedtebaufoerderung)

KlimaInvest – Kommunale Klimaschutz- und Klimafolgenanpassungsmaßnahmen (https://www.aufbaubank.de/Foerderprogramme/Klima-Invest

Stiftung Naturschutz Thüringen: Umweltlotterie - „Naturschutz beginnt vor der Haustür – in kleinen Schritten zu einem bunten, lebenswerten Wohnumfeld“
(https://www.stiftung-naturschutz-thueringen.de/umweltlotterie-foerderung.html)

Bund

Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH - Förderung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel
(https://www.z-u-g.org/aufgaben/foerderung-von-massnahmen-zur-anpassung-an-den-klimawandel/)

weiterführende Informationen

IMPAKT

Integriertes Maßnahmenprogramm zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels im Freistaat Thüringen - IMPAKT

 

KlimaInvest

Klima Invest - Kommunale Klimaschutz- und Klimafolgenanpassungsmaßnahmen

Thüringer Klimaagentur

Fachreferat des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz

ReKIS

ReKIS – regionales Klimainformationssysem Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

Zentrum KlimaAnpassung

Das Zentrum unterstützt bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels sowie bei der Wahl der passenden Förderung.